Enteignung in Zypern – zittrige Hände beim Dax

Enteignung in Zypern – zittrige Hände beim Dax –  Dax Tagesschluss: 8010 ( Börse Xetra )

Wer hätte das gedacht, dass es im 21. Jahrhundert, innerhalb der EU, zu Enteignungen kommen könnte? Die Bürger von Zypern dürften entsetzt darüber sein, dass ihnen ihr Geld von der Bank gestohlen wird und der “Dieb” ungestraft davon kommt.

Die politischen Entscheider dürften sich der explosiven Tragweite dieser Entscheidung nicht im Klaren sein. Es ist doch unerklärlich, dass in einer Zeit, in  der es so scheint, dass das zarte Pflänzchen des Vertrauens in der Eurozone an Kraft gewinnt, durch die Politik populistische Entscheidungen getroffen werden, um beispielsweise der deutschen Bevölkerung zu vermitteln, dass man sich von den hoch verschuldeten Staaten nicht “abzocken” läßt – dabei wird verkannt, dass Deutschland der Hauptprofiteur der europäischen Schuldenkrise ist. Niemals zuvor konnte sich Deutschland so günstig Geld leihen, wie während der europäischen Schuldenkrise und die deutsche Exportwirtschaft wird ebenfalls durch den schwachen Euro befeuert. Vergessen darf man auch die Geldzuflüsse nach Deutschland nicht, sowie die Tatsache, dass viele hochqualifizierte Griechen, Spanier und Italiener ihr berufliches Glück in Deutschland suchen – das war nicht immer so.

Was sollen sich denn die Portugiesen, Spanier und Italiener und auch die Finanzinvestoren nach der Enteignung in Zypern denken? Sie denken sich bestimmt, dass ihr Geld auf der Bank nicht sicher ist – das ist eine Entscheidung, die das Bankensystem erschüttern kann – von der hungernden Bevölkerung in Griechenland und vielleicht auch bald in Zypern ganz zu schweigen.

Der Dax hat die Nervosität bereits im vorbörslichen Handel ausgedrückt, als der X-Dax bei 7850 Punkten notierte. Letztlich kam der Dax mit einem blauen Auge davon und schloss nur knapp im Minus bei 8010 Punkten. Damit wurde die Stärke des Marktes nochmals untermauert und die Probleme in der Welt wurden ein weiteres Mal ignoriert.

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